Abschlusskonzert Bergstadtsommer 2016

Abschlusskonzert Bergstadtsommer 2016
Abschlusskonzert mit Hanno Dönneweg und Brahms 4. Sinfonie
10.09.2016, 19:00h Lorenzkirche St. Georgen
Obgleich die Urheberschaft nicht eindeutig ist, schrieb Wolfgang Amadeus Mozart die Sinfonia Concertante für vier Solobläser und Orchester wohl im Jahre 1778 in Paris. Den Auftrag dazu bekam er von Joseph Legros, dem Leiter des Concert spirituel. Zur geplanten Aufführung mit den Bläsersolisten des bekannten Mannheimer Orchesters kam es dann allerdings nicht. Man hatte das Werk durch eine Intrige kurzerhand vom Programm gestrichen und Mozart selbst erfuhr davon erst als Besucher des Konzerts.
Vier Jahre zuvor, im Alter von 18 Jahren komponierte er in Salzburg das Fagottkonzert in B-Dur, wohl das bedeutendste Stück der Fagottliteratur. Es ist sein erstes Solowerk für Bläser und in der Tradition Antonio Vivaldis „dreisätzig“ angelegt.
Johannes Brahms hat die letzte seiner bedauerlicherweise nur vier Sinfonien in den Sommern 1884 und 85 im Urlaub in der Steiermark geschrieben. Er selbst war zunächst recht unsicher wegen der Qualität des Werkes und schrieb an seine Freundin Elisabeth von Herzogenberg: „Dürfte ich Ihnen etwa das Stück eines Stückes von mir schicken, und hätten Sie Zeit, es anzusehen und mir ein Wort zu sagen? Im Allgemeinen sind ja die Stücke von mir angenehmer als ich, und findet man weniger daran zu korrigieren?! Aber in hiesiger Gegend werden die Kirschen nicht süß und eßbar – wenn Ihnen das Ding also nicht schmeckt, so genieren Sie sich nicht. Ich bin gar nicht begierig, eine schlechte Nr. 4 zu schreiben“. Das kunstvoll konstruierte Werk mit der berühmten Passacaglia im Finalsatz überzeugte jedoch schon in der Uraufführung mit der Meininger Hofkapelle unter Johannes Brahms Musikkritiker und Liebhaber gleichermaßen. Auch Joseph Joachim schrieb ihm nach der Generalprobe zur Berliner Erstaufführung, es sei ihm wohl gar „die allerliebste unter den Vieren“.

Den ersten Fagottunterricht erhielt der 1977 geborene Hanno Dönneweg bereits mit neun Jahren an der Jugendmusikschule St. Georgen. In den Jahren 1993 bis 1997 studierte er am Badischen Konservatorium Karlsruhe, an der Musikhochschule Köln/Aachen und an der Musikhochschule Stuttgart, ehe er 1998 an die Hochschule für Musik ‚Hanns Eisler‘ in Berlin wechselte. Seine Lehrer waren Prof. Klaus Thunemann, Prof. Sergio Azzolini und Oscar Bohórquez. Hanno Dönneweg war Stipendiat der Herbert v. Karajan Stiftung der Berliner Philharmoniker sowie des Deutschen Musikwettbewerbs und Mitglied der Bundesauswahl „Konzerte junger Künstler“.
Hanno Dönneweg trat bei den Festspielen in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, den Schwetzinger SWR Festspielen und den Ittinger Pfingstkonzerten (Schweiz) auf und musizierte mit Künstlern wie Jacques Zoon, Heinz Holliger, Radovan Vlatkovic, Leonidas Kavakos und Sabine Meyer.
Hanno Dönneweg spielte solistisch mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR, dem Orquesta Sinfonica de la Ciudad de Asunción in Paraguay, dem Folkwang Kammerorchester Essen, dem Kurpfälzischen Kammerorchester Mannheim, dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim sowie dem Arcata Kammerorchester Stuttgart unter Dirigenten wie Eiji Oue, Tatsuya Shimono, Sigiswald Kuijken, Michael Sanderling, Johannes Moesus und Patrick Strub.
Seit August 2002 ist Hanno Dönneweg Solo-Fagottist des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR.
Dirk Altmann erhielt seine Ausbildung bei Prof. H. Pallushek an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Seit 1985 ist er Soloklarinettist des RSO Stuttgart. Mit 17 Jahren wurde er in die Herbert-von-Karajan-Stiftung aufgenommen und war einer der jüngsten Instrumentalisten, die je bei den Berliner Philharmonikern als Soloklarinettist tätig waren. In der Folge prägte ihn die Zusammenarbeit mit Dirigentenlegenden wie Herbert von Karajan, Sergiu Celebidache, Carlos Kleiber, George Prétre oder Sir Roger Norrington.
Als Solist war er Gast bei internationalen Festspielen, so z.B. in Ferrara, Schwetzingen, Salzburg und dem Rheingau-Musikfestival. Langjährige Zusammenarbeit u.a. mit Heinz Holliger und Peter Eötvös zeigen sein großes Interesse an neuer Musik. Als musikalischer Botschafter reiste er für das Goethe Institut nach Indien, Afrika und den Nahen Osten und gab Meisterkurse in China, Taiwan und Japan. Dirk Altmann spielt ein Instrument der japanischen Instrumentenbaufirma JOSEF.
Die gebürtige Berlinerin Anne Angerer begann ihre Laufbahn an der Spezialschule für Musik und studierte später bei Volkmar Besser an der Musikhochschule in Berlin. Im Jahre 1995 wurde sie Stipendiatin der Orchester-Akademie des Berliner Philharmonischen Orchesters mit Studium bei Albrecht Mayer.
Im Alter von 17 Jahren war Anne Angerer bereits erfolgreich beim Internationalen Wettbewerb in Markneukirchen. Weitere Preise in der Kategorie Bläserquintett folgten beim Internationalen ARD-Wettbewerb München und beim Deutschen Musikwettbewerb Bonn.
Erste Orchestererfahrungen sammelte sie unter anderem im Gustav-Mahler-Jugendorchester. Im Jahre 1993 bekam Anne Angerer ihren ersten Aushilfsvertrag als stellvertretende Solo-Oboe am Volkstheater Rostock. Daran schloss sich ein Pratikum beim Berliner Sinfonie-Orchester an und zur Spielzeit 1997/98 die Position der Solo-Oboistin, die Anne Angerer seit 1998 im Radio-Sinfonieorchester Stuttgart bekleidet.

Wolfgang Wipfler stammt aus Baden-Baden. Während seines Studiums bei Prof. Erich Penzel in Köln war er drei Jahre lang Mitglied im Jugendorchester der Europäischen Gemeinschaft (ECYO).
Als Zwanzigjähriger bekam er sein erstes Engagement als Solohornist im Philharmonischen Orchester Dortmund, bevor er 1988 Solohornist im Staatsorchester Stuttgart wurde. 2004 erfolgte nochmals ein Wechsel in gleicher Position zum Radio-Sinfonie-Orchester Stuttgart des SWR.
Seit über zwanzig Jahren ist er als Lehrbeauftragter für Horn an der Musikhochschule Stuttgart tätig und hatte zwischenzeitlich für zwei Jahre eine Professur an der Musikhochschule Würzburg inne. Als Dozent ist er bei führenden Jugendorchestern sowie auf Meisterkursen im In- und Ausland, so z. B. in Japan und Korea, gefragt.
Neben seiner Orchestertätigkeit spielt er regelmäßig mit namhaften Musikern in verschiedenen Kammermusikensembles.
Seit 2010 ist er als Solohornist Mitglied des Bayreuther Festpielorchesters.

Der Cellist Karsten Dönneweg begann nach seinem Orchesterdiplom mit Auszeichnung und Konzertexamen noch ein privates Dirigierstudium bei Professor Michael Luig in Köln.
Die vielfältigen Erfahrungen auf der anderen Seite – als Kammermusiker und Orchestercellist – prägen seinen ganz persönlichen Dirigierstil: zupackend, präzise, nah am Notentext und vor allem frei von jeglicher manierierter Gestaltung und Gestik.
Programm:
W. A. Mozart
Konzert für Fagott und Orchester in B-Dur, KV 191
Sinfonie Concertante in Es-Dur, KV 296b

Johannes Brahms
Sinfonie Nr. 4 in e-moll, Opus 98
Ausführende:
Hanno Dönneweg, Fagott
Anne Angerer, Oboe
Dirk Altmann, Klarinette
Wolfgang Wipfler, Horn

Schwarzwald Kammerorchester
Leitung: Karsten Dönneweg

Top